Wir können Sexualität lernen und dürfen es auch üben. Genauso wie wir schreiben oder lesen gelernt haben, haben wir Sexualität nicht einfach mit in die Wiege bekommen, sondern im Laufe des Lebens angelernt. Meistens leider nicht bewusst.
Da wir aber wissen, dass unser Gehirn bis an unser Lebensende lernen kann, können wir alles umlernen und neu lernen – so auch unsere Sexualität.

Die Mindful Masturbation, Selbstliebe Praxis oder auch Orgasmic Yoga Praxis unterstützt uns dabei, neue Synapsen im Gehirn zu entwickeln. Mehr zu Neuroplastizität des Gehirns findest du hier.

Um deine Sexualität bewusst zu entwickeln, kannst du dir aber auch einen Übungspartner suchen, und gemeinsam ein Setup kreieren. Das kann, muss aber nicht zwingend dein* Partner*in sein.

Das Gefühl der Leidenschaft ist nicht zwingend erforderlich zum Übungsbeginn. Die Leidenschaft stellt sich schon während später ein.

 

Auch, wenn du schon lange kein Verlangen nach Sex und keine Leidenschaft empfunden hast, musst du nicht darauf warten. Wenn du immer auf das Gefühl wartest, bereit zu sein, dann kann es sein, dass du noch lange wartest. Du wirst nicht für diese Art von Übungssetup nicht von alleine “bereit” sein, weil du es noch nie getan hast. Die Leidenschaft kommt dann schon mit dem Üben, vertraue einfach darauf.
Wer ist als Übungspartner*in geeignet:

Im Prinzip jeder Mensch. Natürlich sollte schon die Chemie zwischen Euch beiden passen und klar sein, dass das Lernen die gemeinsame Intention ist. Es sollten also keine emotionalen Verstrickungen da sein, wie zum Beispiel der eine will in Wirklichkeit ein “Date” mit der anderen Person. Die gemeinsame Intention ist das Üben, die Sache an sich. Wenn das klar ist, kann sich jeder auch wirklich fallen lassen und in Hingabe üben.

  •  Stärkere Freiheitsgefühle
  • Mehr Lebendigkeit
  • Grösseres Fliessen und Gefühle der Verbundenheit
  • Tiefere Entspannung und WachsamkeitPhoto by Yohann LIBOT on Unsplash
lisi soraya set up
Achtsame Sexualität

In 3 Schritten achtsam Sexualität üben

In den folgenden 3 Schritten kannst du dir ein gesundes Setup für sexuelle Begegnungen mit dir selbst oder anderen einrichten:

 

  1. Intention setzen
    • Was möchtest du lernen, beobachten, reflektieren?
    • Wie möchtest du “sein”, in welcher Energie möchtest du diese sexuelle Begegnung erleben?
    • Was möchtest du erleben? Willst du zum Beispiel ein Rollenspiel machen, um deine Grenzen wahrzunehmen? Tipp: Verbinde dich mit deiner Intention und frage im Rahmen einer Meditation nach Antworten.
    • Formuliere deine Intention schriftlich und tausche die Intention ggf. mit deinem Übungspartner aus. Das ist sehr wichtig! Denn dadurch, dass du klar kommunizierst, wieso du mit der Person diese Übung durchführen und in (sexuelle oder intime) Begegnung gehen möchtest, gibt dem ganzen einen klaren Rahmen und dadurch auch im Anschluss keine emotionalen Verstrickungen. Emotionale Verstrickungen können sehr viel Energie abziehen. Das ist oft das Problem bei Dates, wenn die Erwartungshaltungen nicht geklärt sind. Ausserdem richten bei Transparenz beide ihre Energie auf dasselbe und somit den gemeinsamen Fokus, was sehr kraftvoll ist.

     

  2. Ablauf definieren, dies beinhaltet:
    • Zeitrahmen setzen
    • Raum gestalten: Kerzen, Duft, Musik etc. Tipp: Ich persönlich finde Intimität, Körperlichkeit und Sexualität am Boden auf einer dünnen Matte oder der Bettdecke am Boden angenehmer als im Bett. Im Bett sinkt man sehr ein, wodurch manche Positionen anstrengen sein können und man in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.
    • Kurzes Eröffnungsritual definieren zum Beispiel Augenkontakt, gemeinsam Duschen, gemeinsam Atmen, sich einen wertschätzenden Raum bewusst öffnen.
    • Übungssequenz: mit gesetzten Zeitrahmen
    • Abschlussritual definieren
    • Nachruhen: Integration des Erlebten, indem ihr aus dem Körperkontakt geht und jeder spürt für sich nach, ca. 10 Minuten. Das ist sehr wichtig, um das Erlebte zu integrieren. Ihr könnt auch Notizen machen, was habt ihr erlebt und beobachten, Euch spiegeln.
    • Ausklingen lassen: gemeinsam Essen, Trinken, Teilen, was hast du erlebt.

      Dadurch macht Ihr eine Erfahrung, in der ihr einfach ihr selbst sein könnt, bei vollem Bewusstsein und Euer Gegenüber Euch so annimmt, wie ihr seid. Somit ist so ein Erlebnis heilend und transformierend. 

  3. Üben
    • Natürlich sollte dies nicht unter Alkoholeinfluss oder sonstigen Drogeneinfluss passieren, denn die Präsenz und Achtsamkeit sind eingeschränkt. Zudem ist die Sensitivität im Körper schwächer. Ausserdem ist ein sexueller Kontakt bei nicht vollem Bewusstsein, selbst wenn es aufregend war, nicht “echt”, somit kaum nachhaltig transformierend.
    • Ein gewisser Grad an Selbstliebe ist nötig, erlaube dir also, mit deinem Partner auf Augenhöhe zu sein. Es geht nicht darum, jemandem zu gefallen, oder “gut” zu sein, sondern ihr übt gemeinsam.
    • Beobachte ehrlich bei dir, ob du emotional “frei” bist. Es sollte nicht jemand sein, den du besitzen oder für dich gewinnen möchtest.

Noch ein Gedanke zum Thema Leidenschaft:

Die Leidenschaft ist natürlich toll, wenn sie da ist. Aber um Sexualität zu üben, ist keine Leidenschaft nötig, sondern unter anderem die Fähigkeit, sexuelle Erregung in deinem eigenen System (Körper) zu erzeugen und mit der sexuellen Energie, die dabei entsteht, umzugehen. Leidenschaft unterstützt mich dabei, in Aktion zu gehen. Aber ich muss nicht auf die Leidenschaft warten, um Sex zu haben. Der Appetit und die Freude kommen dann schon beim Essen :-). 

Was dir Mindful Masturbation konkret bringt, kannst du hier lesen. Mit deinem Gehirn als Sex-Partner*in dein Sexleben auf den nächsten Level bringen

Wie erschaffe ich mir eine erfüllte Sexualität ?

Du möchtest mehr über deine Sexualität sprechen oder mehr über Sexualität wissen und verstehen, um Fülle in deiner Sexualität zu leben? Vielleicht findest du ewas passendes bei den Kursen.

Schreibe mir deine Gedanken an tantrainzurich@gmail.com.

 

Photo by Christin Hume on Unsplash