Dieser Blogpost ist die Zusammenfassung von einem von insgesamt fünf Gesprächen mit spannenden Männern, welches ich über deren Sexualität führen durfte.

Reini war zweimal verheiratet und beide Ehefrauen haben sich ihm am Ende in Bezug auf Intimität “verweigert”, worunter er sehr litt. Er sammelte zwischen den beiden Ehen in der Swinger Szene Erfahrung, lebt seit 3 Jahren als Single.
Reini

Unternehmer, 55 Jahre alt, Schweiz

“War zweimal verheiratet und jeweils kein Sex mehr am Ende beider Ehen 

Leider war in Bezug auf die Sexualität beide Ehen kein “Volltreffer. Zu Beginn hatten wir jeweils viel Spass im Bett und am Ende beider Ehen wollten beide Frauen keine Intimität oder Sexualität mehr leben.

Ich war zweimal verheiratet und mit beiden Frauen war es so, dass wir zu Beginn viel Sex hatten und am Ende der beiden Ehen wollten keine der beiden Frauen mehr Körperlichkeit und Sexualität leben.  Wir haben unsere Sexualität immer mehr dem Alltag untergeordnet. Abends oder morgens haben wir mal schnell Zeit dafür gefunden – jedoch habe ich mir gewünscht, dass wir uns viel mehr Zeit für Intimität, Nähe, einfach für die Liebe lassen. 
Gerne hätte ich auch Slow Sex ausprobiert. Sex zu haben, ohne einem Orgasmus Ziel. Dieses Interesse habe ich bei meinen beiden Ehe-Frauen nie gefunden bzw. auch nicht bei anderen Frauen.

In meiner Ersten Ehe kommunizierten wir überhaupt nicht über Sex 

Meine erste Frau habe ich kennengelernt, als wir beide sehr jung waren. Sie war erst 17 Jahre alt, wir hatten beide keine Erfahrung. Wir kamen in unserer Partnerschaft sehr schnell an einen Punkt, an dem wir beide keine Lust mehr hatten. Leider war generell unsere Kommunikation über Sexualität nicht vorhanden. Ich selbst war auch noch sehr unerfahren. Als wir uns schliesslich voneinander trennten, war ich 36 Jahre alt.

Die Swinger Szene erlebte ich als einen Ort, in dem ich lernen konnte

Nach der Trennung begann eine Phase des Experimentierens bei mir. Ich war auch in der Swinger Szene unterwegs und sammelte auch sonst viele Erfahrungen.

Die Swinger Szene erlebte ich als einen Ort, an dem ich von erfahrenen Menschen lernen und Leidenschaftlichkeit ausleben, aber auch einfach neue Sexpartner finden konnte, ohne Verpflichtungen eingehen zu müssen.

Der Sex in meiner zweiten Ehe war sehr orgasmusgetrieben 

Als ich meine zweite Frau kennenlernte, war ich 38 Jahre alt. Zu Beginn hatten wir eine sehr intensive Sexualität. Die eine oder andere Swinger Erfahrung hatte sie noch mitgemacht, aber es setzte sie am Ende unter Druck, dass sie “auf Knopfdruck geil” sein sollte. Sex-Spielzeuge haben wir zu Beginn ebenfalls verwendet, nach einer Zeit hat sie das jedoch nicht mehr interessiert. 

Generell war unsere Sexualität sehr orgasmusgetrieben. Sie kam immer sehr schnell, und wir kamen auch gemeinsam, aber eben sehr fokussiert darauf, gemeinsam und möglichst schnell zu kommen. 

Der Sex war dadurch immer sehr kurz und im Nachhinein fühlt es sich sehr monoton an, wie wir unsere Sexualität gelebt haben. Es gab keine Herzverbindung während des Sex. Ich nahm wahr, dass unsere Distanz immer grösser wurde. Obwohl wir Sex hatten, obwohl wir beide gemeinsame Orgasmen hatten, fühlten sich diese Begegnungen nicht verbindend und tief an.

Sie zog sich immer mehr zurück und wollte mit der Zeit immer weniger Intimität und Körperlichkeit. Jedoch sprachen wir auch nicht darüber. Ich fragte sie zwar, was ich anders machen sollte oder woran es liegt, dass wir uns auseinanderleben – sie konnte es mir aber auch nicht sagen. Damals wusste ich selbst nicht, was das Problem sein könnte oder wie ich einen Weg finde, dieses Thema in der Partnerschaft zu besprechen und einen Raum für Veränderung zu öffnen. Jetzt weiss ich, dass wir einfach das Interesse aneinander verloren hatten und wir uns gegenseitig nicht mehr anziehend und aufregend fanden. 

 

Selbst ein romantischer Abend “half” nicht mehr

Irgendwann habe ich mich nur mehr wie ein Bittsteller gefühlt. Ich bin quasi Sonntagmorgen jeweils auf ihre Bettseite “gekrabbelt” in der Hoffnung auf Nähe und Intimität. Leider wurde ich sehr oft abgewiesen und habe ihr auch gesagt, was es mit mir macht, dass es mich verletzt und mir weh tut.

Das hatte sie auch 2-3 Mal angenommen, und wir hatten dann wieder öfter Sex, aber nach wenigen Wochen war es wieder schnell damit vorbei. Unter der Woche hatten wir dann gar keinen Sex mehr. Das lag am Anfang darin begründet, dass ich Pendler war und wir uns oft nur am Wochenende gesehen haben. Später aber, als ich jeden Abend zu Hause war, kam ich mir wie ein Fremdkörper vor und es lief absolut nichts Sexuelles.

Auch nach einem romantischen Abend, an dem wir uns ausgiebigst Zeit miteinander verbracht haben, Zweisamkeit erlebt haben, Essen und Tanzen gingen, uns am Abend auch umarmt und geküsst haben, wollte sie danach zu Hause keinen Sex mehr. Das hat mich besonders frustriert, denn aus meiner Sicht fühlte ich mich den gesamten Abend sehr verbunden zu ihr. 

 

Der Sonntag Morgen als “Chance”

Am Sonntagmorgen liebte ich es, neben ihr aufzuwachen, die Nähe zu spüren und habe mich meistens unter der Bettdecke hinter sie in Löffelchen Stellung gelegt. Meistens habe ich sie eine Stunde lange gestreichelt, natürlich habe ich auch gehofft, dass sie Lust bekommt. Aber ich habe auch genossen, sie einfach nur zu streicheln und die Nähe zu spüren. Sie lag aber meistens nur da, hat sich streicheln lassen und ist oft nach einer Stunde aufgestanden, mit der Idee, jetzt frühstücken zu gehen. 

Ich glaube, sie hatte immer das Gefühl gehabt, dass ich erwarte, dass es in Sex münden muss. Wir haben zwar immer mal wieder darüber gesprochen, aber sie kannte mich und hat mir nicht geglaubt, dass mir Kuscheln ohne Sex reicht. Das hätte viel intensiver besprochen werden müssen, ist mir im Nachhinein klar geworden. Damit hätten wir viele Missverständnisse gelöst und viel mehr Verständnis und Mitgefühl füreinander geschaffen. 

Nach 16 Jahren Partnerschaft und Ehe haben wir uns schliesslich voneinander getrennt und nun lebe ich seit 3 Jahren Single.

Kommunikation, Verständnis und Herzöffnung rückwirkend betrachtet:

Im Nachhinein betrachtet, würde ich in meiner Partnerschaft ein paar Dinge verändern: 

 

  • Des Öfteren kleine Aufmerksamkeiten im Alltag “einstreuen”, sich gegenseitig überraschen, wie zum Beispiel ein feines Essen kochen, mal Blumen bringen, eine Massage geben, einen Ausflug machen oder ein Wochenendtrip buchen.
    Insgesamt denke ich schon, dass ich ihr gezeigt habe, dass ich sie liebe. Aber ich würde heute öfter diese kleinen Aufmerksamkeiten, die die Wertschätzung ausdrücken, einbringen.

  • Definitiv würde ich mehr darüber sprechen, was mich gerade verletzt. Das hat sie oft abgeblockt. Wenn es beide nicht können, ist es schwierig. Unsere Gesprächskultur war nicht gut. Ich konnte mit ihr nicht gut über Gefühle oder Wünsche sprechen. Wir sprachen zwar oft über Sexualität und Intimität, aber es war nicht entspannt. Wir gingen aus diesen Gesprächen nicht verbunden und zuversichtlich hinaus, sondern eher hatte sie das Gefühl, sie muss zu sehr auf meine Wünsche einzugehen.

  • Im Nachhinein würde ich definitiv eine Paartherapie bzw. externe Hilfe in Anspruch nehmen und versuchen, unsere Kommunikationsbasis zu verbessern. 
Intimität ist für mich …

Zeit für sich und den Partner, alles andere ist ausgeblendet. Kuscheln und sich nahe sein,  ohne dass es gleich bedeutet, penetrativen Sex haben zu müssen.

Die Präsenz von Intimität und Sexualität in meiner Erziehung

Ich bin in der DDR aufgewachsen, ich hatte eine sehr behütete Kindheit, alles war “geregelt”, ich habe auch Leistungssport gemacht. In Bezug auf das Thema Intimität habe ich erst neulich mit meiner Schwester über unsere Aufklärung im Elternhaus gesprochen. Unsere Eltern haben mit uns nie über Intimität und auch nicht über Intimpflege gesprochen. Ich wurde mit 16 Jahren zur Musterung gerufen und hatte Unmengen an Vorhauttalg, der Arzt war entsetzt – jedoch wusste ich nicht, dass ich die Vorhaut zurückschieben kann!

Mein Pornografie Konsum

Konsumiere es für Selbstbefriedigung, wenn mir langweilig ist, wenn ich früh im Bett bin. Ich konsumiere nur, wenn ich gerade keine Partnerin habe. Was ich auch tue ist, mit bestimmten Themen anzusehen, also BDSM oder Gruppen-Sex zum Beispiel, um die Dynamiken zu verstehen.

Mein Bezug zu Masturbation

Habe eine mittlerweile langjährige Freundschaft in Düsseldorf mit einer Frau. Sie ist verheiratet und wir haben manchmal Telefonsex, manchmal auch mit Video. Sie hat von mir Liebeskugeln bekommen, die verwendet sie nur dann, wenn wir gemeinsam masturbieren, wobei sie meistens bei mir zusieht und nicht umgekehrt. Ich masturbiere ca. 1 Mal pro Woche. Ab und zu verwende ich auch Spielzeug, auch für den Anus, diese Zone mag ich sehr gerne.  Ich bringe mich mit Gedanken oder Pornografie in Erregung. Manchmal ejakuliere ich nach nur 2 Minuten und manchmal dauert es etwas länger, so ca. 10 Minuten.

 

Bilder: unsplash

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