Dieser Blogpost ist die Zusammenfassung von einem von insgesamt fünf Gesprächen mit spannenden Männern, welches ich über deren Sexualität führen durfte.

Lebte früher ein ausschweifendes Party- und Sexleben. Er fand später mittels Meditation die Verbindung zu sich selbst. Er erlebte mit seiner letzten Beziehung eine neue Art von Sexualität, eine Kombination aus Sex und Meditation. Weiss heute, dass er sich nun eher auf eine Beziehung fokussieren möchte.
Samuel

Künstler, 51 Jahre alt, Schweiz

Für viele Jahre habe ich wilde Zeiten erlebt, war sehr exzessiv unterwegs “

Ich konsumierte Drogen und Alkohol, hatte oft Sex, feierte permanent Partys und gab viele Konzerte. 
Dieser Lebensstil war für mich damals stimmig und ich will heute nicht missen, was ich damals erlebt habe. Jedoch habe ich dieses Zeit nun bereits mehrere Jahre hinter mir gelassen.

Mehrere Beziehungen in Brasilien und Schweiz

Ich hatte in den letzten 3-4 Jahren jeweils mehrere transparente und offene Beziehungen in der Schweiz und in Brasilien geführt. Diese Beziehungen hatten in gegenseitigem Einverständnis jeweils die Absicht, in voller Hingabe die Zeit gemeinsam in dem jeweiligen Moment zu geniessen. Diese Beziehungen empfand ich als sehr nährend und lebendig, tief und berührend.
Ich habe jedoch nach und nach mehr gefühlt, dass es für mich auf lange Sicht mit mehreren Beziehungen nicht mehr stimmig ist. Ich war mit meinem Wesen an zu vielen Orten. War nicht mehr im Hier und im Jetzt. Ich konnte nicht in Brasilien bei meiner Partnerin sein und dann wieder zurück in die Schweiz kommen und mich in derselben Qualität wieder mit einer anderen Partnerin verbinden.

Dieses Hin- und Herpendeln zwischen diesen Orten und Beziehungen zeigte mir auf, dass meine Seele jetzt einen einzigen Ort sucht, in dem sie sich voll hingeben und aufgehen kann. 

Hingabe auf allen Ebenen, in Form von einer einzigen, intensiven Beziehung. Daher habe ich vor Kurzem diese Beziehungen beendet.

Eine neue Form der Sexualität war am Entstehen

Eine dieser Beziehungen hatte besonderen Einfluss auf mein Umdenken. Diese Beziehung spielte sich in Brasilien während der Pandemie ab.

Als wir uns zum ersten Mal in Brasilien während der Pandemie trafen, haben wir uns binnen kürzester Zeit miteinander intensiv verbunden. Zwischen uns beiden floss von Beginn an enorm viel sexuelle Energie. 

Sie war bereits ebenfalls in einer offenen Beziehung und wir teilten sehr intensive sexuelle Erfahrungen.

“Die Schlange * war präsent. In jedem Atemzug.” 

*) Dieses aus dem Portugisischen übersetzte Sprichwort bezieht sich auf die Kundalini Energie.

Unsere gegenseitige Anziehung war unglaublich stark. Auch war unsere Herzverbindung sehr tief. Jedoch haben wir leider im Alltag nicht miteinander funktioniert. Ich bin ein ‘go with the flow’ Typ, für sie musste immer alles durchgeplant sein. Obwohl wir versuchten uns in der goldenen Mitte zu treffen, ging es über längere Zeit nicht auf.

Es war besonders schwer, diese Beziehung zu beenden und wirklich loszulassen, aber mein Wunsch nach einer einzigen Beziehung wurde aufgrund dieser Erkenntnis grösser.

Ich gab also mit dem Beenden dieser Beziehung gleichzeitig die Absicht in das Universum hinaus, mich auf ein stabiles Beziehungskonstrukt auf allen Ebenen einzulassen. 

 

Kundalini Energie

Hingabe war das fehlende Mosaikteil

Durch diese Beziehung gewann ich am Ende absolute Klarheit in Bezug auf meine sexuellen Beziehungen. Plötzlich verstand ich, was mir an den bisherigen sexuellen Beziehungen fehlte: Es war die Hingabe. 

Hingabe äusserte sich bei uns in der sexuellen Begegnung darin, dass wir beide jeweils das Beste für uns selbst und den Anderen wünschten. 

Die sexuelle Energie floss aus einer tiefen inneren Ruhe heraus. Es war ein Sein und kein Machen. Selbst, wenn es wild wurde, entstand dies aus einem absoluten inneren Frieden heraus … aus einer Klarheit und Entspannung. Es handelte sich um dasselbe Gefühl, welches ich vom Meditieren kannte. Dem Verschmelzen mit allem, was ist. Ich meditiere seit über 20 Jahren und kann sagen, dass Meditation die Voraussetzung war, um an diesen Punkt in der Sexualität zu kommen. Durch diese Beziehung durfte ich also diese Art von Sexualität kennenlernen. 

Intention, Präsenz und Bewusstsein 

Durch 100%ige Präsenz im Moment und dem Erschaffen eines sehr hohen Grades an Bewusstheit hat sich ein sehr starkes Vertrauen zwischen uns beiden in der Beziehung aufgebaut.

Dazu gehörte selbstverständlich auch die volle Transparenz hinsichtlich Absichten und Lebensumstände oder Beziehungssituation zu schaffen. Da wir beide klare Absichten hatten und diese auch kommunizierten, bauten wir gemeinsam ein starkes Feld von Liebe und Vertrauen auf. Unsere Energie richtete sich auf dieselbe Intention.  Eine stabile Vertrauensbasis ist eine der wichtigsten Zutaten, um gemeinsam in diesen meditativen Space zu kommen.

Freiheit und Vertrauen intensiviert mein sexuelles Erleben

In unserer Beziehung spielten Spiritualität, Meditation und Yoga ohnehin eine grosse Rolle. Wir verbrachten sehr viel Zeit in der Natur, meditierten gemeinsam und führten ein sehr achtsames, bewusstes Leben.  Generell gibt mir die Verbindung zur Natur automatisch viel Verbindung zu mir selbst, weshalb ich immer viel Zeit in der Natur verbringe. Ich mag es, diese Freiheit in der Natur zu spüren.

Die Kombination zwischen Freiheit durch Natur und Vertrauen in der Beziehung intensivieren meine sexuellen Erlebnisse.

Es entsteht dadurch für mich ein Raum, in dem Sexualität wie eine Art Meditation fliessen kann.

Meine Freunde können beispielsweise nicht viel mit dem Konzept “Sex als Meditation” anfangen, aber sie können mit Meditation etwas anfangen. Durch Meditation gelangt man in eine tiefe, innere Ruhe. Wenn man nicht in eine eigene innere Ruhe kommt, kann man sich meiner Meinung gar nicht für ein neues Konzept von Sexualität öffnen. Es geht aus meiner Sicht sehr stark darum, vom Stress loszulassen, freizuwerden und in die sexuelle Begegnung hinein entspannen zu können.

Stillte mit Pornografie hauptsächlich meine Gier. Ich wollte “Fleisch”.

Während meinen exzessiven Tagen habe ich viel Pornografie konsumiert. Heute weiss ich, dass Konsum von Pornografie für die menschliche Psyche kontraproduktiv ist, denn es kreiert zu viele Illusionen und die Gedanken rund um Pornografie nehmen zu viel Platz ein. Das will sich anschliessend auch manifestieren. Dies manifestiert sich unter anderem im Verhalten gegenüber seinen Sex-Partner*innen – ob man das will oder nicht.

Sechs Monate Abstinenz nach Trennung

In den letzten Jahren hat die Häufigkeit, in der ich masturbiere, stark abgenommen, da ich meine sexuelle Energie über die Atmung im Körper verteile und sie nicht durch Ejakulation “verschwenden” möchte.

Das gelingt mir manchmal besser und manchmal etwas weniger gut.
Die Meditation ist das Werkzeug, um diese Situation als Beobachter zu erkennen. Das steigert meine Kreativität und Kraft enorm.

Ich war 7 Jahre lang verheiratet und wir hatten eine sehr schöne und intensive Sexualität, während der Ehe war Masturbation für mich eher kein Thema. Erst, als ich wieder Single war, kam das wieder auf.

Ich blieb jedoch bewusst nach meiner Trennung 6 Monate lang abstinent, hatte keinen Sex und habe auch nicht masturbiert. Die aufkommende sexuelle Energie konnte ich in dieser Zeit  erfolgreich in kreativen, künstlerischen Output verwandeln, also in meine Arbeit, obwohl ich manchmal fast “zerplatzt” bin. 

Wenn ich fast “zerplatzt” bin, habe ich mich körperlich betätigt. So konnte ich die Energie ausbalancieren, alles will sich ausbalancieren. Ob es nun durch Schwimmen war, oder im Garten was tun oder Yoga. Das hilft auch wieder, den Fokus – sprich die “Gedankenmühle” von dort wieder wegzunehmen.

Je länger ich das so machte, desto entspannter war ich.

In diesen 6 Monaten Meditation mein täglicher Begleiter und das Einbehalten des Ejakulats in Kombination mit meinem kreativen Schaffen eine sehr heilende Zeit für mich. 

Wie erschaffe ich mir eine erfüllte Sexualität ?

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